Inken Kanbach

Ich bin 34 Jahre alt und bei mir wurde im Alter von 11 Jahren die chronisch entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn diagnostiziert. (Im Laufe der Jahre kamen viele weitere Erkrankungen hinzu.)…

Mit der Diagnose änderte sich mein Leben plötzlich, aber die Welt um mich herum drehte sich trotzdem weiter. Ich hatte Morbus Crohn und musste mit allem fertig werden – starken Schmerzen, Durchfall, permanenter Müdigkeit. Die folgenden Jahre waren sehr unberechenbar und ich war nie für längere Zeit in Remission. Auch wenn ich nie eine Operation aufgrund des Morbus Crohn gehabt habe, waren die letzten 23 Jahre sehr anstrengend.

Obwohl ich selbst krank bin oder vielleicht auch gerade deshalb, interessierte ich mich schon immer für die Medizin und den Umgang mit Menschen. Meine Neugier wuchs von Jahr zu Jahr und ich fasste den Entschluss später einmal selbst Ärztin zu werden und Menschen zu helfen.

Leider musste ich relativ schnell feststellen, dass ein solches Studium sowie auch die spätere Tätigkeit mit meiner Erkrankung nicht zu vereinbaren waren.

Um trotzdem meinem Wunsch, in diesem Bereich tätig zu sein, nachkommen zu können, arbeitete ich mich über ein Freiwilliges Soziales Jahr, einem Lehrgang zur Rettungssanitäterin und einer Ausbildung in der Pflege kleinschrittig in dem Gesundheitswesen voran.

Meinem neuen Ziel, dem Studium im Gesundheitsbereich, kam ich Mitte des Jahres 2014 näher, als ich die Zusage der Hochschule Fulda für den Studiengang Gesundheitsmanagement bekam.

Die ersten Semester fingen sehr spannend an und ich war total begeistert, endlich studieren zu können und sog das Wissen nur so auf. Trotzdem reichte mir das irgendwie nicht. Ich wollte die Welt sehen und auch im Ausland Wissen erwerben und lernen. Der Wunsch, fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen und in ihnen zu leben, entstand bereits zu Schulzeiten beim Lernen von verschiedenen Fremdsprachen. Diese Begeisterung auf der einen Seite und der Morbus Crohn auf der anderen Seite – lange überlegte ich wie beide zusammenbringen konnte. Viele Nächte lag ich nun während des Studiums wach und überlegte, ob ich es trotz der immer wiederkehrenden Beschwerden wagen sollte. Ich habe mich im Internet belesen und mir Ansprechpartner an meiner Hochschule in Fulda gesucht. Lange Zeit war für mich nicht wirklich klar, wer diesbezüglich der optimale Ansprechpartner ist und welche Möglichkeiten ich in meinem Studiengang diesbezüglich genau habe.

Letztendlich fand ich eine sehr gute Ansprechpartnerin, mit deren Hilfe ich meinen Aufenthalt selbstständig plante.

Hinsichtlich der speziellen Bedarfe meines Morbus Crohns sprach ich mit anderen Betroffenen über deren Erfahrungen. Professionelle Hilfsangebote in dieser Richtung waren mir leider nicht bekannt. Ich wagte es trotzdem, weil meine Neugier und Motivation auch durch meinen „unsichtbaren Begleiter“ nicht wirklich gedämpft wurden.

Beim Nehmen der finanziellen Hürde unterstützte mich die Ausbildungsförderung der Stiftung Darmerkrankung.

Eine Freundin von mir, die ebenfalls Stipendiatin war, gab mir den Tipp mich dort zu bewerben.

Ich freute mich riesig, als ich an einem Sommertag im Jahr 2016 die Zusage bekam und wusste, dass es jetzt richtig los gehen kann mit der Planung.

Anfang 2017 hatte ich dann auch die offizielle Praktikumszusage und ab dem Moment, drehte sich alles nur noch um Neuseeland. Mir stand ein 15-wöchiges Auslandspraktikum in der medizinischen Abteilung der Universität von Otago bevor, wo ich an einer Vergleichsstudie über chronisch-entzündliche Darmerkrankungen mitarbeiten sollte. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, das neuseeländische Gesundheitssystem kennen zu lernen, insbesondere die Selbsthilfeorganisation Crohn’s und Colitis New Zealand (CCNZ).

@Stiftung Darmerkrankungen_Andreas Labes

Mir war klar, dass auch an dieser Stelle wieder mehr Aufwand auf mich zukommen würde aufgrund meiner chronischen Erkrankung, aber das war mir egal. Ich wollte es unbedingt und stand kurz vor meinem Ziel.

Ich ließ mich von meinen Ärzten durchchecken, besorgte mir die die Rezepte für alle nötigen Medikamente und suchte mir eine Auslandskrankenversicherung, die bei Verschlimmerung meiner Beschwerden zahlte.

Außerdem besorgte ich mir alle Unterlagen, die für die Reise bzw. den gesamten Aufenthalt nötig waren und erstellte mir ein Konzept wie ich meine nötigen Spritzen gekühlt über die 40-stündige Reiseetappe brachte.

Nach meinem sehr langen Flug plagte mich für 2-3 Wochen ein Jetlag und ich war dauerhaft müde, aber danach hatte ich mich daran gewöhnt.

Während meiner gesamten Reisezeit und der Zeit des Praktikums habe ich beständig Ausschau nach sanitären Anlagen gehalten.

Alles in allem hat mich mein Darm ein wenig gestresst, aber es ist nichts wirklich „Schlimmes“ passiert (die Flüge waren gut, aber als ich einmal zur Pinguinbeobachtung am Strand war und auch einmal mitten in meinem Christchurch-Städtetrip hatte ich einige sehr schwierige „Crohn-Momente“, für die sich glücklicherweise jeweils eine gute Lösung finden ließ).

Auf der Nordinsel wollte mein Crohn das WC in einem Bus testen – nicht sehr bequem aber es hat geklappt. Im Allgemeinen gab es immer eine Lösung für jede Herausforderung vom Crohn.

Nach diesem Aufenthalt war mir klar, auch mit meiner Erkrankung kann ich Reisen und Lebensqualität erleben. Auch privat reiste ich viel seitdem und lernte auch einige andere Wege kennen, meine Lebensqualität zu steigern. Doch den wirklichen „Gamechanger“ habe ich erst erfahren als ich angefangen habe, mich mit Persönlichkeitsentwicklung und Coaching zu beschäftigen und auch selbst Coaching-Prozesse erleben durfte.

Jetzt ist es an der Zeit, mit meiner Expertise und meinen Erfahrungen „raus zu gehen“. Die Prozesse, die bei mir selbst angewendet, dafür gesorgt haben, dass es mir so gut geht, wie schon seit mindestens 10 Jahren nicht mehr, sind sehr wertvoll. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, auch anderen Menschen damit helfen zu wollen und mich als Coach für Lebensqualität (neben dem Studium) selbstständig zu machen.

Dementsprechend freue ich mich sehr, dass ich mich hier vorstellen durfte, damit ich in Zukunft weiter Menschen mit meinem Coaching unterstützen kann und zudem auch nach dem Studium weiter in diesen Bereichen wissenschaftlich forschen kann.

Meine Vision ist es, dass jeder Mensch die höchstmögliche Lebensqualität verdient hat, unabhängig ob krank oder gesund. Diesbezüglich ergänzen sich meine beiden Wirkungsfelder optimal.

Nimm meine Hand, komme in mein neverending possibilities Coaching und ich unterstütze dich, auch die Lebensqualität in deinem Leben wieder deutlich zu steigern!

Denn „mit einer Hand alleine kann man nicht klatschen“

Danke, Danke, Danke

 

Herzlichst eure

Inken

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